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Bürgermeisterwahl: Drei Kandidaten – 20 Fragen

Diese drei Herren stellen sich als Bürgermeisterkandidat zur Wahl, v.l.: Dr. Günter Fiedler (SPD), Hartwig Seger (parteilos) und Dr. Remco van der Velden (CDU - unterstützt durch BG und FDP).

Geseke. Drei Kandidaten stellen sich zur Wahl, wenn die wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger von Geseke am 25. Mai 2014 abstimmen, wer der Nachfolger des amtierenden Ersten Bürgers Franz Holtgrewe werden soll: Dr. Remco van der Velden, 39 (CDU – unterstützt durch FDP und BG), Dr. Günter Fiedler, 65 (SPD) und Hartwig Seger, 66 (parteilos). Jeweils die gleichen Fragen hat das Nachrichtenportal für Geseke „Geseke-News.de“ den Kandidaten gestellt, um deren Standpunkte und Vorhaben – aber auch Privates für unsere Leserinnen und Leser vergleichend darzustellen.

Was gefällt Ihnen an Geseke?

van der Velden: Mir gefällt besonders, dass sich in Geseke so viele Menschen für ihren Verein, für ihr Dorf oder für ihre Gemeinde engagieren und nicht warten, ob vielleicht doch wer anders tätig wird.

Fiedler: Hier bin ich groß geworden. Hier wohnen meine Familie, meine Freude und Bekannten, auf die ich mich verlassen kann.

Seger: Die Menschen!

Warum glauben Sie, dass Sie der richtige Kandidat sind?

van der Velden: Ich möchte gerne als parteiübergreifender Bürgermeister frischen Wind nach Geseke bringen. Die Nominierung durch drei so unterschiedliche Gruppen wie CDU, BG und FDP ist dazu schon mal ein erster großer Schritt. Und es ist kein Geheimnis, dass auch zur SPD sehr gute Kontakte bestehen.
Der „frische Wind“ bedeutet zunächst einmal einen Generationswechsel. Franz Holtgrewe geht nach 20 Jahre in den wohlverdienten Ruhestand. Nun muss die nächste Generation den Staffelstab übernehmen. Was „frischer Wind“ inhaltlich bedeutet, dazu unten mehr.
Abschließend glaube ich ein guter Bürgermeister sein zu können, weil ich neben einem BWL und VWL-Studium und 15 Jahren Berufserfahrung außerhalb des öffentlichen Dienstes, auch viel Begeisterung für Geseke mitbringe. Einige Leser haben vielleicht schon mal eine Stadt- und Museumsführung oder eine Radtour mit mir gemacht.

Fiedler: In den letzten Jahren sind mir außerhalb von Geseke verantwortungsvolle Aufgaben übertragen worden wie Vizelandrat, Finanzsprecher im Kreistag und Fraktionsvorsitzender im Nahverkehrsverbund Westfalen-Lippe. Und durch meine 43 jährige Tätigkeit als Lehrer müssten mich die meisten Bürger in- und auswendig kennen.

Seger: Weil ich für alle Bürger da bin.

Dr. Remco van der Velden (39) kandidiert für die CDU mit Unterstützung durch die FDP und BG. Er kandidiert zum ersten Mal.

Über welche Qualitäten muss ein guter Bürgermeister verfügen?

van der Velden: Ein guter Bürgermeister kann auf Menschen zugehen und ihnen zuhören. Er muss sich mit Anregungen und Kritik offen, objektiv und sachlich befassen. Entscheidungen sollten transparent getroffen und nachvollziehbar begründet werden. Zudem muss die Verwaltung so organisiert und geleitet werden, dass für die Stadt das Beste erreicht werden kann. Insbesondere bei der aktuellen Finanzlage sind auch betriebswirtschaftliche Kenntnisse von Vorteil.

Fiedler: Er muss kompetent, geradlinig und zuverlässig sein. Er muss alle Bürger mitnehmen und auswärts für Geseke das Beste herausholen können.

Seger: Er muss die Stärken des Ortes und der Ortsteile fördern und die Schwachstellen mindern.

Was wollen Sie im Amt des Bürgermeisters Neues auf dem Weg bringen?

van der Velden: Ich würde sehr gerne mit breitem Konsens Stadtwerke in Geseke auf den Weg bringen und die hierzu notwendigen Vertragsverhandlungen mit unserem Partner führen. Von funktionierenden Stadtwerken können wir alle in Geseke in vielfältiger Form profitieren.
Sicherlich muss in den nächsten 6 Jahren auch Gebäudeplanung der Stadt (also Schulen, Stadtverwaltung und Haus der Vereine) in ein langfristig tragfähiges Konzept münden. Wir wollen der Sekundarschule zukunftsfähige Räumlichkeiten zur Verfügung stellen und auch die unbefriedigende bauliche Situation im Rathaus harrt noch einer Lösung.
Weitere Ideen für „Neues“ in Geseke finden sich in den weiteren Antworten.

Fiedler: Ein Schüler- und Jugendparlament; ein von Schautafeln geleiteter Rundgang durch die Innenstadt; Einsatz eines Bürgerbusses

Seger: Es muss das Miteinander von Jung und Alt besser organisiert werden. Der Alkohol- und Drogenkonsum insgesamt und besonders bei Kindern und Jugendlichen muss gezielter und effizienter bekämpft werden, hier besonders in den Außenbereichen u.a. am Bahnhof und dem Busbahnhof.

Welche drei Vorhaben wollen Sie als erstes anpacken?

van der Velden: - Eine Gründungsoffensive, um es Unternehmensgründern zu erleichtern, sich in Geseke selbständig zu machen. Hier können ohne großen Finanzaufwand kleine Schritte für mehr Arbeitsplätze etc. getan werden.
- Eine Diskussion mit Bürgern, Anwohnern und Einzelhändlern mit dem Ziel einen möglichst breiten Konsens für ein Gesamtkonzept „Fußgängerzone und Marktplatz“ zu entwickeln. Meiner Meinung nach kann dabei eine Öffnung des Baches an wenigen markanten Stellen zu einer spürbaren Belebung des Stadtzentrums führen.
- Ein Abenteuerspielplatz, damit Familien mit größeren Kindern nicht mehr nach Salzkotten oder Lippstadt fahren müssen.

Fiedler: Fußgängerzone und Innenstadt einladender und familienfreundlicher gestalten; Barrierefreie Zugänge zum Bahnhof und zu Turnhallen schaffen; Sportstätten für eine multifunktionale Nutzung für alle Generationen optimieren.

Seger:
1.) Die Kontrolle und Sicherheitsgarantie für Bürger muss abends verstärkt werden.
2.) Der barrierefreie Zugang zu den Bahnsteigen muss endlich in Angriff genommen werden.
3.) Die Integration von Jugendlichen in den Sportvereinen: weg von der Straße.

Was muss sich unbedingt in Geseke ändern?

van der Velden: Ich würde mich freuen, wenn wir an vielen Stellen statt einem „Das haben wir immer schon so gemacht!“ zu einem „Wie könnten wir es am besten machen?“ kommen.
Und wenn die Antwort auf die Frage „Wie können wir es am besten machen?“ lautet: „So wie wir es immer schon gemacht haben!“, kann ich damit gut leben.

Fiedler: Die ungleiche Behandlung von Schulen und Vereinen nach Gutsherrenart muss aufhören!

Seger: Grundbesitz- und Grundstücks-Interessen müssen besser bewertet werden. Parkräume dürfen innerorts nicht mehr von LKW’s und Bussen blockiert werden. Die Bürgermeistersprechstunden müssen entfallen, er muss für alle und überall ansprechbar sein.

Dr. Günter Fiedler (65) ist Kandidat für die SPD. Er kandidert zum ersten Mal.

Wie schätzen Sie die örtlichen kulturellen und sportlichen Angebote von Stadt und Vereinen ein und welche Orientierungen gelten für Sie für Vereinsförderung sowie das Bereitstellen und den Erhalt von Sportstätten und Schwimmbad?

van der Velden: Das Angebot an kulturellen und sportlichen Aktivitäten ist in weiten Bereichen gut. Aus verschiedenen Gründen ist in den letzten Jahrzehnten viel Arbeit, die früher entweder von der Stadt gemacht oder komplett bezahlt wurde, auf verschiedene Vereine übertragen worden. Meiner Meinung nach sollten sich diese Vereine und die Menschen, die sich dort engagieren, darauf verlassen können, dass Bürgermeister, Rat und Verwaltung ihnen nach Kräften bei der Arbeit helfen. Anders gesagt: Mein Ziel ist es alle zu unterstützen, die sich durch Sportstättenbau & -pflege, durch Vereinsarbeit oder die Organisation von kulturellen Veranstaltungen engagieren. Die Stadt ist auf diesen Bürgersinn und diese ehrenamtlichen Tätigkeiten angewiesen.

Fiedler: Die sehr guten Einzelangebote werde ich zu einem einheitlich abgestimmten Programm koordinieren und präsentieren. Mit allen Vereinen werde ich einen verlässlichen Sportentwicklungsplan aufstellen und ständig fortschreiben.

Seger: Die Vereine mit ihren guten Angeboten sollten für Probetrainings ohne Beitragserhöhung gefördert werden. Die vorhandenen Sportstätten und das Schwimmbad sind ausbaufähig, hierzu sollten alle Töpfe der Fördermittel auf Zuschuss-Fähigkeit, bzw. Zuschuss-Voraussetzungen überprüft werden: Landes-/Bundes- und EU-Mittel.

Mit welchen Maßnahmen beabsichtigen Sie, die Attraktivität der Stadt für die ansässigen sowie weitere neue Unternehmen und Gewerbetreibende als wichtige Arbeitgeber und Steuerzahler zu erhalten und möglichst noch zu erhöhen?

van der Velden: Seit einigen Jahren engagiert sich das Geseker Wirtschaftsnetzwerk sehr erfolgreich für die Geseker Wirtschaft. Die städtische Wirtschaftsförderung kann und sollte nur gemeinsam mit dem GWN erfolgen. Beispielweise kann ein Konzept zur Zukunft der Fußgängerzone und des Marktplatzes nur gemeinsam mit den Einzelhändlern erarbeitet und umgesetzt werden. Etwas gegen den Willen der Geförderten fördern zu wollen, ist widersinnig.
Ein zweites Projekt ist eine Geseker Gründungsoffensive. Die Stadt und das GWN helfen und begleiten Unternehmensgründer und Jungunternehmer beim Start in die Selbständigkeit. Vielleicht schaffen wir es auch, einen kleinen Topf mit „Geseker Risikokapitel“ zu füllen, um die Gründungen mit Kapital oder Bürgschaften auszustatten.

Fiedler: Das sehr gut funktionierende Geseker Firmennetzwerk werde ich mit mehr Kompetenzen und Finanzen ausstatten – denn die wissen am besten, wie es geht.

Seger: Attraktivere und gemeinsame Öffnungszeiten in der City, Werbung im Internet, Gewerbesteuerfreiheit für die ersten 2-3 Jahre für Investoren, die nicht im Lebensmittel-Angebot gründen, denn da haben wir ein deutliches Überangebot.

Wie wollen Sie die Schulden der Stadt verringern?

van der Velden: Zunächst einmal indem vor der Wahl nichts versprochen wird, was nach der Wahl nur mit vielen neuen Schulden bezahlbar ist. Daher sind alle meine Ideen entweder kostengünstig umsetzbar oder ein belastbarer Finanzierungsvorschlag liegt vor.
Zukünftig sollten alle „teuren“ Entscheidungen mit klarem Wissen über die einmaligen Kosten und die Folgekosten getroffen werden. Früher wurden im Stadtrat viele wichtige Entscheidungen getroffen ohne genau zu wissen, wie die finanziellen Auswirkungen sind. Das werden wir uns in Zukunft nicht mehr leisten können.

Fiedler: Da die SPD in Berlin mitregiert, werden die Kommunen in den nächsten Jahren bei den Sozialausgaben in Milliardenhöhe entlastet und damit auch entschuldet. Übrigens Kredite für Schulgebäude, Kindergärten, Sportstätten, Jugendheime … sollte man nicht als Schulden bezeichnen.

Seger: Parkplatzgebühren über eine Parkraum-Bewirtschaftungs-Konzeption, Wasser-Proportionssysteme in Schulen und öffentlichen Gebäuden.

Hartwig Seger (66) kandidert bereits zum zweiten Mal. Er ist parteilos.

Es kann mich auf die Palme bringen, wenn…

van der Velden:… Leute lange und viel reden, ohne etwas zu sagen. Oder, wie das in meiner momentanen Branche – der Telekommunikation – heißt: viel Rauschen, wenig Signal.

Fiedler: Immer wieder die Ausrede kommt: Dafür ist kein Geld da!

Seger: Ich besoffene Kinder und Jugendliche in der Stadt sehe!

Beschreiben Sie einem Auswärtigen die Stadt Geseke in nur einem Satz:

van der Velden: Eine Stadt, die so sehens- und erlebenswert ist, dass selbst vielbeschäftigte Kardinäle jedes Jahr 500 km Anreise auf sich nehmen, um hier sein und feiern zu können.

Fiedler: Geseke ist die Heimatstadt der zweifachen Olympiasiegerin Ingrid Becker

Seger: Autobahnabfahrt bei MC-Donald’s und den Zementtürmen.

Unverzichtbar ist für mich…

van der Velden: … die Zeit mit meiner Frau und unseren beiden kleinen Kindern (2 ¼ Jahre und 8 Monate).

Fiedler: …der Erhalt des Krankenhauses, der Rettungswache, der Pflegeheime und die Versorgung durch Fachärzte und Apotheken.

Seger: Das endlich mit dem Bau einer barrierefreien Zugangsmöglichkeit zu den Bahnsteigen im Geseker Bahnhof begonnen wird.

Wenn ich Bürgermeister von Geseke bin, werde ich als Erstes…

van der Velden: …alle städtischen Einrichtungen (Verwaltung, Bauhof, Schulen, Kindergärten, Jugendzentrum, Freibad, etc. …) besuchen, um dort die Mitarbeiter in ihrem normalen Arbeitsumfeld kennenzulernen.

Fiedler: Öffentliche Bürgerversammlungen und Anhörungen in allen Stadtbezirken und allen Ortsteilen durchführen.

Seger:
Die Sorgen und Nöte aller Bürger anhören und gute Vorschläge wenn möglich sinnvoll in die Tat umsetzen lassen.

Was ist für Sie das größte Unglück?

van der Velden: Schwere Krankheit und der Verlust von geliebten Menschen

Fiedler: Tragische Verkehrsunfälle und Kriege

Seger: Der jahrzehntelange Stillstand und Rückgang der Gewerbesteueransiedlungen in unserem Ort.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

van der Velden: jemandem zu viel Vertrauen entgegengebracht zu haben, im Nachhinein gerne als „Leichtgläubigkeit“ bezeichnet

Fiedler: Tipp- und Rechtschreibfehler

Seger: Wenn sich jemand verrechnet hat.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

van der Velden: Kochen

Fiedler: Mein Heimatland mit Fahrrad und Bahn erkunden.

Seger: Musik hören und interessante Gespräche führen mit effektiven Diskussionen in der Sache.

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?

van der Velden: Ich weiß an meinen Freunden sehr zu schätzen, dass sie es mir nicht übel nehmen, wenn ich mich nur unregelmäßig melde.

Fiedler:
Ich kann sie jederzeit anrufen und um Rat fragen.

Seger: Treue und Zuverlässigkeit

Ihr Lieblingsessen?

van der Velden: Große Teile der italienischen Küche finde ich großartig

Fiedler: Rostbratwurst – auf dem Sportplatz oder im Stadion

Seger: Ente auf vietnamesisch, Eintöpfe und Kohlrouladen.

Welches ist Ihr Lieblingsplatz in Geseke?

van der Velden: Gebäude: Hellweg-Museum
Natur: der Zusammenfluss von Geseker und Störmeder Bach zwischen Mönninghausen und Verlar

Fiedler: Mein Garten und meine Terrasse

Seger: Der Bahnhof mit seinen vielen unterschiedlichen Menschen.

Zum Schluss: Ihr ganz persönliches Wahlkampfmotto?

van der Velden: Frischer Wind für Geseke.

Fiedler:
Geseke kann mehr!!!

Seger: Für alle Zeiten Freude und Zuversicht bereiten!