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Integrationspreis für Malteserladen Geseke

Landrätin Eva Irrgang (l.) und Bürgermeister Malte Dahlhoff (4. v. r.) aus Bad Sassendorf überreichten einer Delegation des Geseker Malteserladens den diesjährigen Integrationspreis.

Kreis Soest / Geseke. Den ersten Platz beim Integrationspreis „Zuhause im Kreis Soest“ 2017 hat die Jury an den Malteserladen des Malteser Hilfsdienstes Geseke vergeben, der Begegnungen zwischen Einheimischen und Geflüchteten ermöglicht. Sami Fahdah (Lippstadt) und Ayse Mehmetogullari (Warstein) teilen sich Platz zwei für ihr Engagement bei der Integration von Flüchtlingen. Insgesamt 15 Bewerbungen um die Auszeichnung waren beim Kommunalen Integrationszentrum (KI) des Kreises Soest eingegangen.

Landrätin Eva Irrgang und Bürgermeister Malte Dahlhoff (Bad Sassendorf), die gemeinsam die Schirmherrschaft übernommen hatten, übergaben während einer Feierstunde im Kreishaus am Freitag, 24. November 2017, Preisgelder und Urkunden des insgesamt mit 3.000 Euro dotierten Integrationspreises des KI, dessen Motto in diesem Jahr „Gesellschaftliches Engagement für und von Geflüchteten als Schlüssel zur Integration“ lautete. „Die Preisträger haben beispielhaft unter Beweis gestellt, dass ein gleichberechtigtes Miteinander in der Gesellschaft möglich ist, wenn jeder seinen Beitrag dazu leistet“, betonte Landrätin Eva Irrgang. „Angst vor Fremdem und Unbekanntem ist normal. Nicht normal ist eine Lösung in Form von Wut, Zorn und Gewalt. Denn Gewalt bringt weitere Gewalt mit sich. Trotzdem scheint es so zu sein, dass vor allem über Gewalt und negative Beispiele berichtet wird, nicht aber über die positiven Beispiele.“ Bürgermeister Malte Dahlhoff erinnerte daran, dass gerade in den Zeiten der großen Flüchtlingswelle sich sehr viele Menschen im Kreis Soest engagiert hätten. Er lobte die so entstandene Ehrenamts- und Willkommenskultur. „Vielfalt kann eine Chance für uns alle sein“, betonte Dahlhoff.

Der Malteserladen in Geseke ist ein Treffpunkt für Menschen unterschiedlichen Alters und Herkunft. Ein Team von 27 Ehrenamtlichen engagiert sich, darunter auch vier Männer und eine Frau mit Fluchthintergrund. Durch Kooperationen mit Partnern, darunter die Stadt Geseke, konnten die Angebote, zu denen eine Vortragsreihe und ein Kulturprogramm gehören, ausgebaut werden. So entstanden zum Beispiel ein Frauen-Café und eine Kinderspielecke.

Sami Fahdah lebt seit November 2014 in Lippstadt. Nach dem er selbst erfolgreich einen Sprachkurs absolviert hatte, bot er seine Hilfe dem Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) und der Diakonie Ruhr-Hellweg an, um andere Flüchtlinge beim Deutschlernen zu unterstützen. Zudem setzt er sich für weitere Integrationsangebote wie gemeinsame Ausflugsfahrten von syrischen Flüchtlingen und Einheimischen ein, obwohl er mittlerweile in Vollzeit berufstätig ist.

Ayse Mehmetogullari ist selbst im jungen Alter als Flüchtling nach Deutschland gekommen. Inzwischen ist sie gut integriert und ihre Kinder haben eine vorbildliche Schullaufbahn absolviert. Als im Herbst 2015 viele Flüchtlinge nach Warstein kamen, hat sie sich als Dolmetscherin engagiert und als „Brückenperson“ bei der Bewältigung der alltäglichen Situationen in der dortigen Notunterkunft geholfen. Mit ihrem vorbildhaften Verhalten motivierte sie viele der Neuzugewanderten und die deutschen Ehrenamtlichen zusätzlich.

Abgerundet wurde das Programm durch musikalische Beiträge der Band „Voiceful Piano“ und durch die Kinder aus der Klasse 4c der Wieseschule Soest, die ein Bewegungslied aus dem Kindermusical „Kunterbunt“ aufführten. Der Nachmittag klang mit einem internationalen Imbiss aus. Für die Verpflegung sorgte der Tamilisch Deutsche Sport- Kultur- und Schulverein, der Tamilische Schul- und Kulturverein Soest und die Organisation Ahmadiyya Muslim Jamaat Soest.

In der Jury wirkten die Integrationsräte Lippstadt (Vana Sidiropoulu, Vizevorsitzende), Soest (Brigitte Sehmi, Vorsitzende) und Werl (Alexandra Falkenau, Geschäftsführung), die Chefredakteurin des Hellweg Radios, Ruth Heinemann, sowie das Kommunale Integrationszentrum mit. Dr. Stefan Buchholt, Vizechef der Landeskoordinierungsstelle der Kommunalen Integrationszentren, war erstmals dabei und brachte seine Expertise entsprechend des diesjährigen Schwerpunktes der Ausschreibung ein.