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Wappnen für „zweite Halbzeit“ der Hitzewelle

Jede Wetter-App macht es deutlich: Auch für die kommenden Tagen werden hohe Temperaturen vorhergesagt. Deshalb rät das Kreis-Gesundheitsamt, den Tagesablauf anzupassen und auf gesundheitliche Warnzeichen zu achten.

Kreis Soest. Die Menschen im Kreis Soest leiden unter der aktuellen Sommerhitze, denn sie stellt für den Körper eine große Belastung dar. Die Folgen können Flüssigkeitsmangel, eine Verschlechterung vorbestehender Krankheiten, Hitzekrämpfe oder sogar Hitzschlag sein. Da die Meteorologen auch für August hohe Temperaturen prognostizieren, gibt das Gesundheitsamt des Kreises Soest Hinweise und Tipps, damit sich jeder für die “zweite Halbzeit” der Hitzewelle wappnen kann.

„Kreislaufbeschwerden, Erschöpfungs- oder Schwächegefühl, innere Unruhe, Muskelkrämpfe oder Bauchkrämpfe sind Warnzeichen, auf die unbedingt geachtet werden sollte“, empfiehlt Hansjörg Schulze M. A. E., Amtsarzt im Kreis-Gesundheitsamt. Ein erhöhtes Risiko durch Hitzeeinfluss bestehe für Säuglinge und kleine Kinder, ältere und pflegebedürftige Menschen, chronisch kranke Menschen, die zum Beispiel unter Bluthochdruck oder Herzschwäche leiden, und psychisch kranke Menschen

Für alle sei es angesichts der Hitzewelle wichtig, den Tagesablauf anpassen. „Mittagshitze vermeiden, Aktivitäten im Freien auf Morgen- und Abendstunden beschränken und leichte, nicht beengende und atmungsaktive Kleidung in hellen Farben tragen, möglichst aus Baumwolle“, bringt der Mediziner des Kreises die wichtigsten Verhaltensregeln auf den Punkt.

Seine weiteren Empfehlungen:

Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden, im Schatten bleiben, kühle Räume aufsuchen!
Sonnenhut, Sonnenbrille, Sonnencreme (LSF 30) benutzen!
Körperliche Belastungen und auch Sport vermeiden!
Sofern man körperlich arbeiten muss unbedingt ausreichend trinken (am besten Wasser oder Tee, gekühlt aber nicht zu kalt; keinen Alkohol)!
Grundsätzlich viel und schon vor dem Durst trinken (keinen Alkohol)!
Mehrere kleine und leichte Mahlzeiten über den Tag verteilt essen!
Nachts und morgens lüften, tagsüber die Fenster geschlossen halten und Räume abdunkeln!
Abkühlung durch kühle Dusche oder kühles Bad verschaffen!
Niemanden im geparkten Auto zurücklassen (Kinder, Alte, Kranke, Tiere)!
Bei Fragen Hausärztin oder Hausarzt, hausärztlichen Notdienst, das örtliche Krankenhaus oder auch das Gesundheitsamt kontaktieren!

Hansjörg Schulze warnt auch vor den akuten Gesundheitsrisiken durch die Sommerhitze: „Sonnenstich oder Hitzschlag sind durch die starke Sonneneinstrahlung bedingte Schädigungen des Körpers. Sie können lebensgefährlich sein.“ Beim Sonnenstich entstehe durch starke Sonneneinstrahlung eine Hirnhautreizung und es könnten ähnliche Symptome wie bei einer Hirnhautentzündung auftreten, und zwar Kopfschmerzen, Übelkeit, Abgeschlagenheit, Schwäche. Es sei wichtig, betroffene Personen in einen kühlen, schattigen und ruhigen Raum zu bringen und genügend trinken lassen. Bei starken Kopfschmerzen, Erbrechen, Fieber müsse unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Beim Hitzschlag könne die aufgenommene Wärme vom Körper nicht mehr an die Umgebung abgegeben werden, Körpertemperatur und dadurch auch die Körperfunktionen gerieten außer Kontrolle. Hansjörg Schulze: „Typische Anzeichen sind innere Unruhe, heiße gerötete und trockene Haut, Kopfschmerzen, Schwindel, Verwirrtheit, Krampfanfälle, Schläfrigkeit oder sogar Bewusstseinstrübung bis hin zur Bewusstlosigkeit.“ In diesen Fällen sei sofort der Rettungsdienst über die Notrufnummer 112 zu alarmieren. Betroffene Menschen seien bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes an einen kühlen Ort zu bringen, Kleidung zu lockern, kühle Umschläge anzubringen und – sofern keine Beeinträchtigung des Bewusstseins vorliege – Flüssigkeit anzureichen.