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Katzenfänger unterwegs? Tierheim Paderborn warnt

Tierschützer warnen vor Katzenfänger. Foto: Laame

Kreis Paderborn/Kreis Soest/Geseke. Immer wieder stehen in den letzten Tagen alte, verbeulte Wäschekörbe vor den Haustüren in Geseke. Darin meist ein Zettel mit der Bitte, alte Schuhe und Textilien zu spenden. Oft stecken gewerbsmäßige Altkleidersammler dahinter, Tierschützer aber befürchten, dass diese Sammlungen auch im Zusammenhang mit dem häufig massenweisen Verschwinden von Haustieren stehen.

In den vergangenen Jahren waren diese „Aktionen“ hauptsächlich auf das Ruhrgebiet beschränkt, mittlerweile sind die Tierfänger aber in ganz Deutschland unterwegs. Aktuell warnt das Tierheim in Paderborn auf seiner Internetseite vor möglichen Katzenfängern. Wäschekörbe und Eimer wurden zuletzt in Salzkotten und Paderborn an Haushalte verteilt. Seit einigen Tagen nun auch in Geseke.

Jährlich werden in Deutschland rund 700.000 Tonnen Textilien aussortiert, der größte Teil landet dabei in Altkleider-Containern von karitativen Organisationen. Doch angesichts des Millionengeschäftes, das der Altkleidermarkt verspricht, tummeln sich unter den Altkleidersammlern häufig auch Geschäftemacher, die in die eigene Tasche wirtschaften.

Katzen verschwinden im Zuge von Altkleidersammlungen

Tierschützer bringen die Altkleidersammlungen immer wieder mit dem großflächigen Verschwinden von Katzen in Verbindung. Ganze Gebiete werden mit bunten Wäschekörben ausgestattet, in denen ein Zettel klebt, auf dem ein meist völlig unbekanntes Unternehmen alte Schuhe und Kleidung zur weiteren Verwendung sammelt. Über diese perfide Methode wollten Tierfänger auskundschaften, in welchen Straßen Haustiere leben, um diese dann nachts mit Lockstoffen zu ködern und einzufangen, glauben Tierschützer.

Was später mit den Tieren passiert, bleibt im Dunkeln.

Der Tierschutzverein Gütersloh gibt Hinweise zum Ablauf

Mit dem Fahrzeug fahren sie durch kleine Ortschaften und stellen Wäschekörbe und kleine Kunststofftonnen (meist mit Löchern an der Seite) an den Haustüren auf.
Die Behälter bleiben im Regelfall 2 – 4 Tage stehen. Zwischen dem Aufstellen und Einsammeln verschwinden die Tiere meist in kleinen Orten bis zu vierzig Stück in einer Nacht. In Wirklichkeit fahren die Kleidersammler in der Nacht in die Seitenstraßen, schrauben von innen eine Platte aus dem Wagenboden und stellen unter der Fahrzeugmitte ein extremes Lockmittel für Katzen und Kater.

Mit Sexualduftstoffen werden die Tiere, die nachts frei herumlaufen rasend vor Sucht gemacht. Die Tiere laufen zu den Lieferwagen. Im Bereich der Öffnung wird den Tieren ein Nervenspray aufgesprüht, was sofort betäubt und teilweise auch zeitweise blind macht. Die absolut wehrlosen Katzen werden sofort in vermeintliche Kleidercontainer gesteckt, an Labors verkauft oder das Fell nach Tötung veräußert. Zahme und zutrauliche Katzen werden mitunter auch mit der Fangschlinge oder bloßen Händen gefangen.

Was tun?

- Halten sie die Augen offen, wenn um Kleiderspenden gebeten wird.
- Sehen Sie sich genau den an dem Sammelbehälter beiliegenden Zettel an.
- Achten Sie auf Wagen mit ortsfremden Kennzeichen. Notieren Sie sich diese Kennzeichen und melden Sie sie der Polizei. Geben Sie so konkrete Hinweise wie möglich.
- Halten Sie ihre Katze(n) nachts und in den frühen Morgenstunden im Haus.
- Warnen Sie ihre Nachbarschaft! (bl)