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Landrätin fordert Stärkung der Kreispolizeibehörden

Landrätin Eva Irrgang freute sich bei der Sommerpressekonferenz, dass die Kreispolizeibehörde Soest erstmals seit Jahren zum 1. September wieder spürbaren personellen Nachersatz erhält.

Kreis Soest. „Die Diskussion um die Auflösung der Kreispolizeibehörden, die zuletzt im Landtagswahlkampf und bei den Koalitionsverhandlungen aufgeflammt ist, muss ein für alle Mal eine Ende haben.“ Das hat Landrätin Eva Irrgang während ihrer Sommerpressekonferenz am Donnerstag, 19. Juli 2012, gefordert. Jetzt müsse aus guten Gründen die Stärkung der Kreispolizeibehörden auf die Tagesordnung gesetzt werden, betonte die Verwaltungschefin, die gleichzeitig Leiterin der Kreispolizeibehörde ist.

Im Rahmen des Landtagswahlkampfes waren Stimmen laut geworden, die sich für einen Stellenabbau bei der Polizei und eine Neustrukturierung der Polizeibehörden aussgesprochen haben. „Liest man den Koalitionsvertrag, scheinen diese Ideen vom Tisch zu sein. Das ist auch gut so. Denn die Sicherheit und Ordnung im ländlichen Raum dürfen nicht in Frage gestellt werden“, so Frau Irrgang. Die Auflösung von Kreispolizeibehörden zugunsten von Großbehörden bedeute eine Schwächung der Polizeipräsenz im ländlichen Raum. Die Anbindung der Polizei bei den Landrätinnen und Landräten gewährleiste dagegen eine bürgernahe Organisation. „Die Bürgerinnen und Bürger im Kreis Soest haben eine Polizei vor Ort, die mit lokalen und regionalen Besonderheiten vertraut ist und für Sicherheit und Ordnung im ländlichen Raum sorgt. Eine anonyme Großbehörde kann das nicht mit gleicher Effektivität leisten“, betonte die Landrätin. Die Polizei im Kreis Soest sei erfolgreich bei der Bewältigung ihrer Aufgaben und kann sich im Landesvergleich mit weitaus größeren Polizeibehörden sehen lassen.

Das zeige sich bei der Kriminalitäts- und Verkehrsunfallbekämpfung, wie auch bei der Reaktion auf Notrufe. Trotz der Größe des Kreisgebietes sei die Polizei immer schnell vor Ort, wenn Hilfe gebraucht wird. Frau Irrgang: „Die Streifenbesatzungen werden zentral von der Leitstelle im neuen Rettungszentrum eingesetzt, deren Beamte über Ortskenntnisse verfügen, die in einer weit entfernten Leitstelle einer Großbehörde gar nicht vorhanden sein können.“

Am 1. September 2012 erhalte die Kreispolizeibehörde erstmals seit Jahren wieder spürbaren personellen Nachersatz, der die Zahl der Pensionierungen und Versetzungen übersteigt, kündigte die Landrätin an. Die jährlich belastungsbezogene Kräfteverteilung (BKV), mit der das NRW-Ministerium für Inneres und Kommunales die Polizei dort konzentrieren will, wo die größten Anforderungen bestehen, weise gleichwohl eine seit 2007 gesunkenen Sollstärke bei den Polizeivollzugsbeamten auf. Landrätin Irrgang: „Deshalb prüfen wir strukturelle Maßnahmen und setzen diese im erforderlichen Maße um. Die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger im Kreis Soest wird dadurch nicht beeinträchtigt.“

Zur Kritik des Landesrechnungshofes, es gebe zu viele Polizeiautos im Land, stellte die Landrätin fest, dass die Kreispolizeibehörde Soest schon vor Jahren in dieser Hinsicht initiativ geworden sei. Die Anzahl der Fahrzeuge sei reduziert worden und orientiere sich streng am Bedarf, um die Kosten zur reduzieren.