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5 Fragen an Bürgermeister Franz Holtgrewe (CDU)

Franz Holtgrewe (CDU)

Franz Holtgrewe (CDU)

1. Was qualifiziert Sie eher als Ihre Mitbewerber dafür, hauptamtlicher Burgermeister von Geseke zu werden?

Es ist nicht meine Art, Menschen in Qualifikationsraster einzuordnen, auch nicht im Wahlkampf.
Jeder hat Stärken und Schwächen. Das gilt selbstverständlich auch für mich.
Die Bewertung überlasse ich als überzeugter Demokrat gerne am 30.08.2009 den
Wählerinnen und Wählern.

2. In welchen Bereichen wollen Sie mehr/weniger Geld ausgeben – auf welche schmerzhaften Einschnitte müssen sich Bürger und Vereine gefasst machen?

Wenn und für welche Zwecke in Geseke Geld ausgegeben wird geschieht das durch Ratsbeschlüsse und nicht durch Entscheidungen des Bürgermeisters. Bei diesen Beschlüssen einen möglichst weitgehenden Konsens zu erzielen, über die Parteigrenzen hinaus, war in den vergangenen 14 Jahren stets mein Ziel.

Ob jetzt in Zukunft, wofür auch immer, mehr oder weniger Geld ausgegeben wird, hängt entscheidend von der Einnahmesituation ab und die hängt am Tropf der Gesamtwirtschaft.
Dabei lege ich Wert darauf, jede Möglichkeit zu nutzten, die Verschuldung der Stadt zu senken, um finanzielle Spielräume für die nächsten Jahre und Jahrzehnte zu schaffen.
Dabei darf Sparen jedoch nicht zum Selbstzweck werden und sinnvolle Entwicklungen hemmen.
Konkrete Ansätze, die auch Geld kosten, müssen sicher im Bereich der Arbeitsplatzsituation, der Kinderbetreuungseinrichtungen, dem Freizeitangebot für Jugendliche und junge Erwachsene gesucht und gefunden werden.
Im Hinblick auf die demografische Entwicklung ist aber ein besonderes Augenmerk auf die Belange unserer älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger zu richten.
Die zeitgemäße Umgestaltung der Fußgängerzone halte ich für sehr wichtig, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und dadurch auch den innerstädtischen Einzelhandel zu
stärken.
Ob und gegebenenfalls welche Einschnitte wo notwendig sind, wird der Rat der Stadt mit der gewohnten Kompetenz, immer ausgerichtet an der vorliegenden Finanzsituation, zur gegebenen Zeit entscheiden.

3. Wie wollen Sie die örtliche Wirtschaft stärken und mehr Arbeitsplätze schaffen?

Die Stadt Geseke kann die Wirtschaft nur flankierend unterstützen. Dies ist zum Beispiel durch Erstellung des Einzelhandelsstuktur-Gutachten geschehen. Das geschieht seit Jahren auch durch das Vorhalten preiswerter und gut gelegener Industrie- und Gewerbeflächen oder durch moderate Gewerbesteuersätze.
Die Umstrukturierung der Wirtschaftsförderung hat für neuen Schwung gesorgt: Sehr, sehr gut besuchte Untemehmertreffen sind ein gutes Beispiel. Dort werden Kontakte geknüpft, Erfahrungen ausgetauscht und das Wir-Gefühl gestärkt.
Da auch die Schulen bei diesen Treffs vertreten sind, konnten Unternehmens —Schulpartnerschaften initiiert werden, mit dem Ziel, den Schülerinnen und Schülern Ausbildungsperspektiven zu eröffnen und den Betrieben die Möglichkeit zu geben, geeignete Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter kennenzulernen.
Parallel dazu findet jährlich ein sogenannter Berufsparcour und eine
Ausbildungsstellenbörse statt.

Bei beiden Veranstaltungen ist die Beteiligung der Unternehmen und der interessierten jungen Leute sehr groß.

Fazit: Durch die genannten Aktivitäten wird das vielfältige Ausbildungs- und Arbeitsplatzangebot transparent und jeder, der will, kann erkennen, dass Geseke in diesen Bereichen eine attraktive Stadt ist. Auf diesem Weg weiter zu gehen, ihn gegebenenfalls zu modifizieren, zu verbessern, ist mein Ziel und das Ziel der Wirtschaftsförderung der
Stadt Geseke.

4. Viele Kommunen wollen den Tourismus ausbauen – was wollen Sie dafür tun, dass Auswärtige zu den Veranstaltungen etc. zukünftig gerade nach Geseke kommen?

Tourismus ist für Geseke eher von untergeordneter Bedeutung, jedenfalls Tourismus im klassischen Sinn. Nichtsdestoweniger haben wir im ILEK-Programm mit Erwitte und Anröchte unter der Überschrift ,,Steine & Mehr“ ein interessantes Projekt erarbeitet, das die Besonderheiten der Region darstellt und erlebbar macht. An den Voraussetzungen für eine Vermarktung wird gearbeitet; möglicherweise findet dieses Projekt sogar Eingang in die Regionale 2013.
Davon zu unterscheiden ist der sogenannte Tagungstourismus, der in Geseke durch Eringerfeld und das Feldschlößchen einen recht hohen Stellenwert hat.
Im übrigen werden auch heute schon viele auswärtige Besucher durch Veranstaltungen in Geseke angezogen. Ich nenne die Stadtfeste, Veranstaltungen des städt. Kulturvereins, aber auch die Rock-Veranstaltungen in der Aula des Gymnasiums oder ganz besonders die K&K-Konzerte.
Dieser Weg, auch und vor allem der von privaten Initiativen bestimmte, soll und wird weiter beschritten und stadtseitig unterstützt werden. Auch dabei spielt aber der Rat der Stadt die entscheidende Rolle.

5. Welche Vision haben Sie für die Stadt Geseke im Jahre 2020?

Für die Zukunft sehe ich bei weiter wachsender Bevölkerung eine kontinuierliche, positive Weiterentwicklung unserer liebenswerten, alten Hellwegstadt im schwierigen Spannungsfeld zwischen Lippstadt und Paderborn.
Die eingeleiteten ökologischen Maßnahmen im Stadtzentrum, die Freilegung des Geseker Baches, mehr Grün dort, wo es hinpasst, schon restaurierte und gestaltete Häuser, viele Menschen, die möglichst auch in Geseke Arbeit haben, in einer neugestalteten Fußgängerzone werden das Bild bestimmen.
Familien fördernde Maßnahmen, wie zum Beispiel der Baukostenzuschuss, Ausbau der Familienzentren und weiterer Ausbau der Einrichtungen für ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger, werden Früchte tragen.
Das alles kann sich so entwickeln, allerdings verliere ich mich nicht gerne in Visionen und deshalb schätze ich eine Aussage von Harold Pinter: ,,Die Zukunft ist die Ausrede all jener, die in der Gegenwart nichts tun wollen!“ und genau zu diesem Personenkreis zähle ich nicht.

Name:
Franz Holtgrewe

Alter:
60 Jahre

Familienstand/Kinder:
Verheiratet

Beruflicher Werdegang:
Jurastudium
Rechtsabteilung Energieversorgungsunternehmen
Rechtsanwalt

Hinweis: Dieter Marr (SPD) wird sich am Mittwoch, 19. August und Dr. Ernst Romberg (FDP) am Freitag, 21. August an dieser Stelle vorstellen.